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Hopfenpflanze blauer Himmer
In Deutschland wird auf knapp 18.000 Hektar Fläche Hopfen angebaut. Foto: StixX73 / pixabay

Deutsche Hopfensorten – ein Überblick

Schon seit 736 nach Christus kultivieren die Menschen in Deutschland Hopfen. Hallertau in Bayern ist hier nicht nur Ursprung der deutschen Hopfenzucht und Namensgeber diverser Sorten, sondern auch das weltweit größte zusammenhängende Anbaugebiet. Ein Überblick zu Hopfensorten in Deutschland.

Deutscher Hopfen ist ausgesprochen beliebt in der ganzen Welt. Laut dem Verband Deutscher Hopfenpflanzer exportieren die Bauern einen Anteil von 70 Prozent der deutschen Hopfenernte in mehr als 100 verschiedene Länder. Der Hopfen, der in Deutschland wächst, macht demnach ein Drittel der gesamten Weltproduktion aus. In Europa sind es sogar 70 Prozent. Begleite uns auf eine virtuelle Reise durch die deutschen Anbaugebiete und lass dir die einzelnen Hopfensorten vorstellen.

Hopfensorten aus Deutschland

In Deutschland bauen die Betriebe viele verschiedene Hopfensorten an. Der Craft-Beer-Boom hat auch hier den Markt ordentlich in Bewegung gebraucht. Um nicht den Rahmen zu sprengen, wollen wir hier kurz die nach Anbaufläche gängigsten Hopfensorten vorstellen. Grundlage ist die beim Verband Deutscher Hopfenpflanzer publizierte Sortenmappe.

Hallertauer Mittelfrüher

Hallertauer Mittelfrüher ist eine hochfeine Aromasorte aus der Hallertau. Sie hat einen mittleren Bitterwert, sehr gutes Aroma und mittlere Lagerstabilität. Das Aroma dieser traditionellen Landsorte wird in der Sortenmappe zuvorderst als „würzig“ beschrieben, aber auch als „citrusartig“, „blumig“ und „süßlich“. Der Charakter der Sorte gilt als „harmonisch“, „anhaltend voll“ und „mild“. Die Erträge der Hopfensorte Hallertauer Mittelfrüher seien aufgrund ihrer Welkeanfälligkeit schwankend. Wird sie zum Brauen verwendet, sorge sie im Bier für eine intensive, angenehme Bittere. Im Geruch zeige sie sich blumig und fruchtig-hopfenwürzig.

Spalter

Die hochfeine Aromasorte Spalter wird ausschließlich in Mittelfranken angebaut. Spalt ist das Zentrum eines der größten Hopfenanbaugebiete in Deutschland. Wird die Sorte Spalter zum Brauen verwendet, gibt sie dem Bier eine kräftige und zugleich harmonische Bittere. Im Geruch zeigt sie sich laut Sortenmappe hopfen-würzig, blumig, grün-grasig und fruchtig. Beim Trinken trete der hopfenwürzige Charakter in den Vordergrund.

Tettnanger

Der Name beschreibt die Herkunft: Die hochfeine Aromahopfensorte Tettnanger wird ausschließlich im baden-württembergischen Tettnang angebaut. Im Bier zeigt sie nach Angaben des Verband Deutscher Hopfenpflanzer eine harmonische Bittere von mittlerer Intensität. Das Aroma sei im Geruch hopfen-würzig, grün-grasig, citrusartig, blumig und fruchtig. Im Trunk zeigten sich neben hopfenwürzigen auch citrusartige und grasig-grüne Noten.

Hersbrucker Spät

Die robuste Hopfensorte Hersbrucker Spät zeichne sich durch einen niedrigen Bitterwert, gutes Aroma und eine zugleich geringe Lagerstabilität aus, heißt es. Wird die Sorte beim Brauen eingesetzt, verleihe sie dem Bier eine harmonische Bittere von mittlerer Intensität. Der Geruch wird in der Sortenmappe zuvorderst als blumig, hopfenwürzig und fruchtig beschrieben. Beim Trinken rücke das hopfenwürzige Aroma in den Fokus.

Hallertauer Tradition

Mittlerer bis hoher Bitterwert, sehr gutes Aroma und gute Lagerstabilität – das sind die Eckdaten der 1993 zugelassenen Hopfensorte Hallertauer Tradition. Gezüchtet wurde sie im Hopfenforschungszentrum Hüll. Wert gelegt wurde bei der Entwicklung der Sorte auf gute Resistenzeigenschaften, einen hohen Ertrag und sehr gute Anbaueigenschaften. Dem Bier gibt Hallertauer Tradition eine intensive, harmonische Bittere. Im Geruch finden sich laut Sortenmappe blumige und grün-grasige Aromen. Beim Geschmack mache sich die Hopfenwürze bemerkbar.

Spalter Select

Die hochfeine Aromasorte Spalter Select ist auch eine jener Hopfensorten, die im Hopfenforschungszentrum Hüll gezüchtet worden sind. Zugelassen ist die Aromasorte seit 1993. Beschrieben werden in der Sortenmappe ein mittlerer Bitterwert, sehr gutes Aroma und eine geringe Lagerstabilität. Wird Spalter Select beim Brauen angewendet, sorge die Hopfensorte für eine angenehm harmonische Bittere von mittlerer Intensität. Beim Geruch und Geschmack komme das hopfenwürzige, aber auch fruchtige und blumige Aroma zur Geltung.

Perle

Pflückfrisch: Hopfen ist ein Naturprodukt.
Foto: pixabay

Schon seit dem Jahr 1978 als Sorte zugelassen ist die feine Aromasorte Perle. Besonders in den 1990er-Jahren war sie nach Angaben des Verband Deutscher Hopfenpflanzer von großer Bedeutung im Anbau. Gezüchtet wurde auch die Perle im Hopfenforschungszentrum Hüll mit Blick auf gute Resistenzeigenschaften, hohen Ertrag und sehr gute Anbaueigenschaften. Diese Hopfensorte hat allgemein einen mittleren bis hohen Bitterwert, ein gutes Aroma und eine gute Lagerstabilität. Dem Bier gibt sie laut Sortenmappe eine harmonische, nicht zu intensive Bittere. Das Aroma wird als „dezent“ beschrieben, im Geruch zeigten sich demnach hopfenwürzige, fruchtige und blumige Noten.

Saphir

Seit dem Jahr 2002 ist die hochfeine Aromasorte Saphir offiziell zugelassen. Auch diese Hopfensorte ist eine Schöpfung des Hopfenforschungszentrums Hüll. Saphir hat laut Sortenmappe gute Resistenzeigenschaften, führt zu einem mittleren Ertrag und besitzt gute Anbaueigenschaften. Grundsätzlich beschrieben werden mittlere Bitterwerte, ein sehr gutes Aroma und eine mittlere Lagerstabilität. Im Bier zeige sich eine ausgeprägte harmonische Bittere mittlerer Intensität. Im Geruch machten sich blumige und fruchtige Noten bemerkbar. Das Trinkerlebnis werde dann jedoch von hopfenwürzigen Noten geprägt.

Smaragd

Ein mittlerer bis hoher Bitterwert, sehr gutes Aroma, mittlere Lagerstabilität: Die hochfeine Hopfensorte Smaragd, entstanden im Hopfenforschungszentrum Hüll, besitzt gute Resistenzeigenshaften, führt zu einem hohen Ertrag und hat gute Anbaueigenschaften. Im Bier sorge Smaragd für eine mittel-intensive und zugleich harmonische Bittere. Bei Geruch und Geschmack überwögen bei dieser Sorte fruchtige, hopfenwürzige und blumige Noten.

Opal

2001 als Sorte zugelassen, seit 2004 im Vertrieb: Die feine Aromasorte Opal stammt ebenfalls aus dem Hopfenforschungszentrum Hüll. Sie hat gute Resistenzeigenschaften, führt zu einem hohen Ertrag und hat gute Anbaueigenschaften. Grundsätzlich beschrieben werden bei der Hopfensorte Opal ein mittlerer bis hoher Bitterwert, gutes Aroma und eine mittlere Lagerstabilität. Im Bier führe Opal zu einer Bittere, die zwar ausgeprägt harmonisch, aber nicht zu kräftig ist. Im Geruch und beim Geschmack zeige sich die gesamte Palette der hopfeneigenen Aromen.

Hallertauer Magnum

Hoher Ertrag, guter Wuchs: Die Hochalphasorte Hallertauer Magnum ist im Hopfenforschungszentrum Hüll gezüchtet worden. 1993 wurde sie erstmals zugelassen, in der Folge gewann sie schnell an Bedeutung. Hallertauer Magnum steht für einen sehr hohen Bitterwert, ein mittleres Aroma und eine gute Lagerstabilität. Mit dieser Hopfensorte gebrautes Bier weise eine harmonische Bittere von mittlerer Intensität auf. Das Aroma gilt insgesamt als „dezent“. Der Geruch präsentiere sich blumig und fruchtig, im Trunk mache sich dann die Hopfenwürze bemerkbar.

Hallertauer Taurus

Die Verwendung der Hochalphasorte Hallertauer Taurus beim Brauen sorgt für einen sehr hohen Bitterwert und ein mittleres Aroma bei sehr guter Lagerstabilität. Entwickelt wurde Hallertauer Taurus im Hopfenforschungszentrum Hüll. Die Zulassung für die Hopfensorte mit den sehr hohen α-Säurewerten erfolgte 1995. Im Bier führe Hallertauer Taurus zu einer harmonischen, nicht ganz so kräftigen Bittere. Im Geruch zeige sich ein dezentes, gleichmäßiges Aroma, das im Trunk von hopfenwürzigen Eindrücken begleitet werde.

Hopfen, ein Exportschlager: Vom Feld in
die ganze Welt. Foto: pixabay

Hallertauer Merkur

Sehr hoher Bitterwert, mittleres Aroma und gute Lagerstabilität: Die im Hopfenforschungszentrum Hüll gezüchtete Hochalphasorte Hallertauer Merkur ist seit dem Jahr 2001 als Sorte zugelassen. Im Bier sorge sie für eine harmonische Bittere. Während sich beim Geruch blumige, hopfenwürzige und fruchtige Noten zeigen, trete beim Trinken die Hopfenwürze in den Vordergrund.

Herkules

Die aus Deutschland stammende Hochalphasorte Herkules ist – wie der Name vermuten lässt – ein Held unter den Bitterhopfen. Die wesentlichen Charakterzüge des im Hopfenforschungszentrum Hüll gezüchteten Gewächses: sehr hoher Bitterwert, mittleres Aroma und gute Lagerstabilität. Herkules verfüge über ein harmonisches, nicht zu kräftiges Aroma, heißt es. Beschrieben wird Herkules auch als würzig und harzig, mit Noten von Orange und schwarzem Pfeffer. Grundsätzlich sorge Herkules für gleichmäßig verteilte Aromaeindrücke, ohne dass diese allzu ausgeprägt auftreten. Meistens wird Herkules beim Brauen als Arbeitstier zur Bitterung eingesetzt. Als besonders geeignet gilt er für die Herstellung von Lagerbieren.

Nugget

Die ursprünglich aus den USA stammende Hopfensorte Nugget ist eine Hopfensorte mit hohem Bitterwert, geringem Aroma und guter Lagerstabilität. Nugget wächst schnell und ist sehr ertragreich, zugleich aber auch anfällig für Krankheiten. „Mit der Sorte Nugget kann man eine kräftige, aber harmonische Bierbittere erzielen“, heißt es beim Verband Deutscher Hopfenpflanzer. Das Aroma tendiere zu hopfenwürzigen, aber auch zu blumigen und fruchtigen Noten.

Northern Brewer

Die Bittersorte Northern Brewer stammt ursprünglich aus England. Im Jahr 1934 ist sie dort gezüchtet worden. Die Sorte zeichnet sich aus durch einen hohen Bitterwert, geringes Aroma und gute Lagerstabilität. Der Verband Deutscher Hopfenpflanzer beschreibt die Bittere des mit Northern Brewer gebrauten Bieres als „bei mittlerer Intensität harmonisch“. Sowohl beim Geruch als auch beim Trinkerlebnis machten sich zuvorderst hopfenwürzige Noten bemerkbar.

Der Autor - Tobias Appelt

Geboren in einem Jahr, in dem es eine sensationelle Hopfenernte gab: 1982. Dann aufgewachsen und irgendwann ins biertaugliche Alter gekommen. Seitdem immer auf der Suche nach ausgefallenen Spezialitäten. Der Meinung, dass Bier flüssiges Kulturgut ist - und daher leidenschaftlicher Fan.

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