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Ruhrgebiet
Das Ruhrgebiet - längst mehr als eine Industrieregion. Foto: pixabay

Ein (persönlicher) Blick auf die Craft Beer-Szene im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet ist im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland nicht unbedingt eine Bier-Hochburg. Dennoch gibt es zwischen Dortmund und Duisburg eine beachtliche Zahl an Brauereien. Und: Das Bier-Revier ist in Bewegung. Die Craft Beer-Szene im Ruhrgebiet sorgt für frischen Wind.

Wenn Du mich nun fragen würdest, wie es um die Craft Beer-Szene im Ruhrgebiet bestellt ist, könnte ich Dir einiges erzählen. Natürlich könnte ich Dir niemals einen vollständigen Überblick geben. Am Ende hättest Du höchstens einen kleinen Einblick – aber vielleicht ein erstes Gespür dafür, dass hier einiges in Bewegung ist.

„Die Großen“ und der frische Wind

Ich könnte Dir von der Stauder Brauerei in Essen erzählen. 150 Jahre alt ist sie im Jahr 2017 geworden. Und aus diesem Grund hat die Brauerei ein Festbier auf den Markt gebracht – „Jacob“. Der Name soll an den Brauerei-Gründer Jacob Stauder erinnern. Ausgeliefert wird das Bier in einer hübschen Retro-Flasche, auch das Etikett ist aufwändig im Design. Warum ich das erzähle? Nicht, weil ich darüber diskutieren will, ob Stauder nun etwa als Craft Beer-Brauerei angesehen werden soll. Nein… Ich erwähne es bloß als Beispiel dafür, dass auch die Großen erkannt haben, dass sie mit der Zeit gehen müssen, um angesagt zu bleiben in einer Region, die sich bier-mäßig gerade neu erfindet.

Mücke – Ein Pferd als Namenspate für Bier aus Essen

Nur wenige Kilometer von der Stauder-Brauerei entfernt ist die Zeche Zollverein. Früher war die Industrieanlage mal die größte Steinkohlezeche der Welt. 1986 wurde sie geschlossen. Mit dem Aus für den Kohleabbau wurden auch die Grubenpferde arbeitslos. Das letzte dieser Tiere hörte auf den Namen „Mücke“ – und daran erinnert das Bier zweier Craft Beer-Brauer aus Essen. Seit Jahren sind die Männer Nachbarn, haben viele Abende gemeinsam auf dem Balkon verbracht, und an einem Abend im Sommer 2015 haben sie einfach mal entschieden, ihr eigenes Bier zu brauen. In der heimischen Küche fingen sie an, dann wuchs das Projekt immer weiter. Anfang 2018 gibt es Mücke-Bier in drei Geschmacksrichtungen: Single Hop Comet, Ingwer Pale Ale und eine Himbeer-Gose.

Bier und Shop – Ruhrpottbrew aus Oberhausen

Oder wir könnten nach Oberhausen schauen. Auch dort ist eine Craft Beer-Marke erfunden worden: Ruhrpottbrew. Zu den Hausmarken zählen ein naturtrübes Pils, ein Honey Pepper Ale und ein dunkles Scottish Ale. Besonders das Pils würde ich Dir ans Herz legen. Es ist echt spitze – davon habe ich immer ein paar Flaschen im Kühlschrank. Neben eigenem Bier gibt es bei der Ruhrpottbrewery auch noch einen eigenen Shop. Eröffnet hat er im Herbst 2016. In dem Laden werden jede Menge ausgefallene Biere, Verkostungen und Brauseminare angeboten.

Bochum – Zwischenstopp in der „Trinkhalle“

Würden wir über Craft Beer im Ruhrgebiet sprechen, könnten wir auch einen Blick auf die Stadt Bochum werfen. Bochum ist ja ohnehin schon mit einer interessanten Brauerei – Fiege! – gesegnet. Zusätzlich im Gespräch ist sie aber auch wegen der „Trinkhalle“. Vom Konzept her angesiedelt irgendwo zwischen Kiosk und Kneipe ist der Laden zum Treffpunkt für Craft Beer-Fans avanciert – viele Kühlschränke, viele Biere und eine Tischtennisplatte.

Spezialitäten kaufen im Bochumer „Biermuda“

Ach ja, Bochum hat ja auch noch das Partyareal „Bermudadreieck“. Und ganz ähnlich im Namen – das „Biermuda“. Es ist ein Biergeschäft mit jeder Menge Spezialitäten aus Deutschland und der Welt. Die Leute loben immer wieder die große Auswahl. Wer den Laden besucht, geht sicher nicht mit leeren Händen nach Hause – dafür aber mit einem leeren Portemonnaie. Aber, ganz ehrlich, für Bier gibt man sein Geld doch gern aus.

Legendäre Studentenkneipe „Finkenkrug“ in Duisburg

Was ich auch noch erwähnen könnte, wenn wir über die Craft Beer-Szene im Ruhrgebiet sprechen, ist eine Kneipe in Duisburg, die schon ein Paradies für Bierfans gewesen ist, lange bevor irgendjemand auch nur über Craft Beer gesprochen hat. Der „Finkenkrug“ nahe der Uni! Es gibt ihn seit 1975. Und heute wirbt die Kneipe damit, das „größte Bierangebot in Deutschland“ zu haben. Ob’s stimmt? Keine Ahnung. Aber der Laden ist immer einen Besuch wert.

Reichlich Ideen für eine Fortsetzung

Jetzt könnte ich noch viel mehr erzählen. Aber ich möchte auch nicht mein ganzes Pulver auf einmal verschießen. Vielleicht mache ich ja bald einen „Craft Beer-Szene im Ruhrgebiet – Teil II“-Text… Außerdem ist mein Mund schon ganz fusselig. Zeit für einen Ausflug zum Kühlschrank. Wenn Du Fragen hast, schreib sie gerne unten in die Kommentare oder schick mir eine Nachricht.

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Der Autor - Tobias Appelt

Geboren in einem Jahr, in dem es eine sensationelle Hopfenernte gab: 1982. Dann aufgewachsen und irgendwann ins biertaugliche Alter gekommen. Seitdem immer auf der Suche nach ausgefallenen Spezialitäten. Der Meinung, dass Bier flüssiges Kulturgut ist - und daher leidenschaftlicher Fan.

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