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Die Dampfbierbrauerei in Essen-Borbeck, liebevoll bezeichnet als "Die Dampfe". Foto: was-mit-bier.de

Die Dampfe in Essen – Brautradition im Sudhaus

Bier wird in der „Dampfe“ in Essen-Borbeck keines mehr gebraut. Etwas über Braukunst können die Gäste dennoch erfahren. Immer noch stehen dort die großen, alten Kupferkessel. Im Sudhaus lässt sich an diesem historischen Ort die Braurei-Luft schnuppern.

„Bis auf ein paar moderne Pumpen und eine Schalttafel hat sich hier in den letzten 50 Jahren nicht viel verändert“, sagt Martin Grahl. Er ist der Geschäftsführer der Dampfe – und bei den Sudhausempfängen will er seinen Gästen etwas von der Leidenschaft für Bier weitergeben, die an diesem Ort schon seit Ende des 19. Jahrhunderts zuhause ist und bis heute fortbesteht.

„Bier schreibt im Mund eine kleine Sinfonie“, sagt Grahl. Es ist seine Begeisterung für Bier, die jeder spürt, der sich einige Minuten mit ihm unterhält.

Altkanzler und Hollywood-Stars in der Dampfe

Das Borbecker Brauhaus, das er mittlerweile seit mehr als 15 Jahren führt, ist auch wegen solcher Leidenschaft weit über die Stadtgrenzen von Essen und des Ruhrgebiets hinaus für seine Braukunst bekannt. Schon die Altkanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder oder Hollywood-Stars wie Dan Aykroyd schauten hier auf ein Glas vorbei.

Was die Menschen in den beschaulichen Nordwesten von Essen zieht, das ist ganz einfach: „Die Gäste erwartet hier handwerklich gebrautes Bier“, sagt Grahl. Was in der Dampfe schon immer so war, das erlebt gerade eine Renaissance. Mit der Craft-Beer-Welle steht auch wieder traditionelle Braukunst hoch im Kurs. „Es ist zu beobachten, dass die Wertschätzung für ein gut gebrautes Bier gestiegen ist“, sagt Grahl.

Kein Mainstream in der Dampfe, aber traditionelles Bier

Während aber Craft-Beer-Brauereien den Markt mit außergewöhnlichen, teils im Geschmack exzentrischen Sorten aufmischen, hält die Dampfe an Altbewährtem fest. „Wir versuchen, nicht komplett Mainstream zu sein“, sagt Grahl, „wir wollen ein traditionelles Bier machen.“

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Die „Dampfe“, so nennen die Essener die
Dampfbierbrauerei, im Stadtteil Borbeck.
Foto: was-mit-bier.de

Was dieses traditionelle Bier auszeichnet, das erfahren die Gäste bei den Sudhausempfängen. „Wir versuchen, ihnen im Sudhaus einen Eindruck zu geben, was Bier ausmacht“, sagt Grahl. Den Besuchern wird so etwa der Unterschied zwischen obergärigen und untergärigen Bieren erklärt. Sie erfahren etwas über die Geschichte des Hauses und natürlich die Borbecker Braukunst. Und die Palette an Dampfe-Bieren ist lang. Acht verschiedene Sorten hat das Brauhaus zum Zeitpunkt unseres Besuchs im Programm.

Zusammenarbeit mit Stauder

Dass das Dampfe-Bier mittlerweile bei Stauder gebraut wird, ist auch der Grund, warum die Sudhausbesichtigungen nicht Brauereiführung genannt werden. Das wäre Etikettenschwindel. Dass in dem Borbecker Brauhaus aber nicht mehr selbst gebraut wird, das hat seine Gründe. „Einen Braumeister zu finden, der seine Arbeit nicht als Beruf sieht, sondern als Berufung, ist schwer geworden“, sagt Grahl. Also entschied man sich mit einem Partner zusammenzuarbeiten, um keine Abstriche bei der Qualität machen zu müssen.

Die Gäste in der Dampfe stört das auf jeden Fall nicht. Noch immer reisen Menschen von überall her an, um eines der Borbecker Biere zu trinken.

Der Autor - David Huth

Geboren 1983. Mit 16 angefangen, über Musik zu schreiben. Vom Journalismus nicht mehr weggekommen. Das erste Bier: ein Hansa aus der Dose. Warm. Heute hat er einen besseren Geschmack. Kostete damals aber nur 50 Pfennig. Und für alle, die die D-Mark nicht mehr kennen. Das waren ungefähr 25 Cent.

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