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Bierverkostung, Degustationsglas
Bierverkostung: Prüfender Bick aufs Glas. Foto: was-mit-bier.de

So geht’s – Mit diesen Tipps gelingt die Bierverkostung

Bier trinken ist nicht kompliziert: Glas an den Mund – und rein damit. Doch wer dieses Getränk wirklich kennenlernen möchte, sollte sich etwas mehr Zeit nehmen. Etwa bei einer sorgsamen Bierverkostung. Denn da steht der Genuss im Vordergrund.

Bier ist ein unglaublich vielfältiges Getränk. Diese Aussage bestätigt wohl jeder, der sich mit all seinen Sinnen darauf einlässt. Doch viel zu oft trinkt man ein Bier nur „einfach so“. Bei einer Bierverkostung hingegen geht es um das bewusste Genießen. In geselliger Runde kommen interessante Biere auf den Tisch. Jeder Teilnehmer schaut, riecht, schmeckt und bewertet. Und natürlich wird auch ausgiebig über die präsentierten Biere diskutiert. So macht eine Bierverkostung nicht nur Spaß, man lernt dabei auch noch etwas.

Was vor der Bierverkostung zu beachten ist

Die Biere sollten idealerweise schon einige Zeit vor der Bierverkostung eingekauft werden. So können sie im Kühlschrank ruhen, bevor sie geöffnet werden. Die zu verkostenden Biere sollten jedoch nicht ins Eisfach verfrachtet werden. Temperaturen zwischen acht und zehn Grad sind für die Bierverkostung empfehlenswert. Da auch die Wahl des Glases bei der Verkostung eine Rolle spielt, empfiehlt es sich, seinen Gästen spezielle Bierdegustationsgläser zu reichen. Obendrein gehört neben Wasser auch Weißbrot oder Baguette auf den Tisch. Es dient den Teilnehmern als kleiner Snack und neutralisiert die Geschmacksnerven. Und, nicht vergessen: Stifte und Papier, um während der Bierverkostung seine Gedanken notieren zu können.

Augen auf, es geht’s los

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Deswegen gilt der erste Blick der Bierflasche. Gefallen Farbe, Form und das Etikett? Sieht die Flasche hübsch aus, liegt sie gut in der Hand, wie aufwändig ist das Etikett gestaltet und welche Informationen stehen darauf geschrieben? Solche Fragen können schon diskutiert werden, bevor der Flaschenöffner überhaupt zum Einsatz kommt.

Jetzt kommt das Bier ins Glas

Die Flasche ist geöffnet, das Bier ist eingeschenkt. Jetzt wird es ausführlich in Augenschein genommen. Bei ausreichender Raumbeleuchtung und vor einem weißen Hintergrund lässt sich gut die Farbe des Bieres beurteilen. Die Palette möglicher Farbtöne reicht von einem sehr hellen Gelb bis hin zu einem tiefen Schwarz. Der zweite Blick gilt der Klarheit des Bieres. Ist es klar gefiltert oder naturtrüb? Auch der Schaum ist wichtig für die Beurteilung. Aus diesem Grund blickt man auf die Größe der Poren, die Farbe, die Festigkeit und die Stabilität.

Mit der Nase auf Erkundungstour

Die menschliche Nase kennt erkennt viel mehr Gerüche, als das Gehirn geeignete Worte findet, um sie zu beschreiben. Dennoch ist gerade der Duft bei der Bierverkostung von großer Bedeutung. Die Nase wird ans Glas geführt, und sorgfältig schnuppert man sich an die Duftvielfalt heran. Empfehlenswert ist es dabei, nach dem Einatmen nicht wieder direkt ins Glas auszuatmen. Tipp: Für die „Schnupperprobe“ sollte man sich ausreichend Zeit nehmen. Oft erfordert es etwas Zeit, bis es „Klick“ macht und die richtigen Worte zur Duftbeschreibung gefunden sind.

Endlich! Der erste Schluck

Jetzt wird’s ernst. Der erste Schluck ist im Mund. Volle Konzentration. Die Geschmacksnoten des Bieres kitzeln auf der Zunge. Und wer den Geschmack genau beurteilen möchte, unterscheidet jetzt zwischen vier Phasen. Der „Antrunk“ beschreibt den allerersten Eindruck, den man beim Trinken erlebt. Bei der „Rezenz“ zeigt sich die Frische des Bieres, zum Beispiel aufgrund des Kohlensäuregehalts und des Geschmacks von Hopfen und Malz. Das „Mundgefühl“ charakterisiert unter anderem die Bittere, aber auch, ob ein Bier eher „wässrig“ oder „vollmundig“ ist. Und schließlich macht sich der Abgang am Gaumen macht im „Nachtrunk“ bemerkbar. Dabei gilt die Faustregel: „Ein interessanter, langer Nachtrunk ist besser als ein langweiliger, kurzer Nachtrunk, der kaum in Erinnerung bleibt.“

Geschmäcker sind verschieden

Was der eine mag, muss der andere noch lange nicht gut finden. Das gilt natürlich auch für eine Bierverkostung. Aus diesem Grund wird bei solchen Zusammenkünften oft lebhaft diskutiert. Und genau dieses Gemeinschaftserlebnis macht in den Augen vieler Verkostungs-Teilnehmer den Reiz einer solchen Veranstaltung aus.

Auf zur nächsten Runde

Ist das erste Bier in Augenschein genommen, kann die zweite Runde serviert werden. Vorab empfiehlt sich ein Griff in den Brotkorb und zum Wasserglas. Niemand sollte seine Geschmacksnerven überfordern. Auch wenn man es nicht direkt wahrnimmt, eine Bierverkostung ist Höchstleistungssport für Geschmackssinn und Gehirn. Man macht also überhaupt nichts falsch, wenn man es dabei langsam angehen lässt.

Der Autor - Tobias Appelt

Geboren in einem Jahr, in dem es eine sensationelle Hopfenernte gab: 1982. Dann aufgewachsen und irgendwann ins biertaugliche Alter gekommen. Seitdem immer auf der Suche nach ausgefallenen Spezialitäten. Der Meinung, dass Bier flüssiges Kulturgut ist - und daher leidenschaftlicher Fan.

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