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Bierstacheln
Stefan Romberg erhitzt den Bierstachel. Fotos: was-mit-bier.de

Bierstacheln – Mit Hitze zum puren Genuss

Beim Bierstacheln wird ein glühend heißer Metallstab in eiskaltes Bier getaucht. Durch die Hitze karamellisiert der Zucker, Schaum steigt auf – und macht den Weg frei für ein besonderes Geschmackserlebnis. Ausprobiert haben wir das Bierstacheln mit Stefan Romberg vom „mittendrinn“ in Essen.

Ein Hinweis in der Getränkekarte des „Kneiporant mittendrinn“ in Essen weckte unsere Neugier: „Geheimtipp: Gestacheltes Doppelbockbier“, war dort zu lesen. Also rufen wir den Wirt an. Stefan Romberg geht nach den zweiten Klingeln direkt ans Telefon: „Kommt einfach vorbei“, sagt er. „Dann zeig’ ich Euch das Bierstacheln.“

Der Legende nach ist das Bierstacheln im Mittelalter von Schmieden erfunden worden. War ihnen ihr Feierabendbier zu kalt, tauchten sie kurz einen glühenden Schürhaken hinein. So konnten sie nach harter Arbeit ihr Bier schnell auf Trinktemperatur bringen.

Dunkle Biere sind gut geeignet zum Bierstacheln

Stefan Romberg taucht den erhitzten
Bierstachel in das eiskalte Bier…

Stefan Romberg hat schon alles vorbereitet, als wir in seinem Lokal in Essen-Rüttenscheid eintreffen. Auf dem Tisch stehen zwei eiskalte Flaschen Erdinger Pikantus, dazu passende Gläser, ein Gasbrenner und daneben liegt eine Holzschatulle, in der er seinen Bierstachel aufbewahrt. „Starkbiere, beziehungsweise dunkle Biere sind zum Bierstacheln besonders gut geeignet“, sagt Romberg. „Ich habe schon viel mit dem Bierstachel experimentiert. Meine Kinder finden es auch immer total witzig, wenn ich mit ihnen Malzbier stachle.“

Dann schreitet der Wirt zur Tat. Er startet den Gasbrenner, es zischt und faucht – eine blaue Flamme stößt aus dem Gerät hervor. Er greift den Bierstachel und hält das kugelförmige Ende des Metallstabs in die Flamme. Es dauert nicht lange, dann verfärbt sich das Material: orange-rot glüht das kugelförmige Ende des Stabs. „Der Stachel müsste jetzt etwa 600 Grad heiß sein“, sagt Romberg. „Aufgepasst! Gleich geht’s los.“

Langsames Einschenken verhindert Schaumbildung beim Bierstacheln

bierstacheln 3
… nur Augenblicke später steigt
cremiger Schaum auf.

Augenblicke später stellt Stefan Romberg den Gasbrenner ab. Er greift nach dem Bierglas, rückt es in Position – und versenkt den heißen Bierstachel im eiskalten Erdinger Pikantus, das er zuvor behutsam eingeschenkt hat, um Schaumbildung zu vermeiden. „Jetzt passiert folgendes“, erklärt er. „Die Hitze lässt den Schaum aufsteigen, wärmt ihn und karamellisiert das Malz. Das Bier selbst bleibt aber schön kalt. Hier, probier’ mal.“

Gesagt, getan. Und tatsächlich: Der Geschmack ist wirklich überraschend. Die feste Schaumkrone ist angenehm warm und ausgesprochen cremig. Das Bier hingegen ist noch immer schön kühl. Auch ohne Bierstachel ist das dunkle Erdinger Pikantus ein feines Bier – mit Bierstachel-Behandlung ist das ohnehin schon facettenreiche Aromenspiel aber noch einmal eine ganze Ecke interessanter. „Weich und intensiv – als ob Du ein Karamellbonbon im Mund hättest“, sagt Stefan Romberg. „Ich sag’s ja: ein einmaliges Geschmackserlebnis!“

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Der Autor - Tobias Appelt

Geboren in einem Jahr, in dem es eine sensationelle Hopfenernte gab: 1982. Dann aufgewachsen und irgendwann ins biertaugliche Alter gekommen. Seitdem immer auf der Suche nach ausgefallenen Spezialitäten. Der Meinung, dass Bier flüssiges Kulturgut ist - und daher leidenschaftlicher Fan.

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