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Das kleine Bier ABC: Von Ale bis Zwickel - kurz erklärt. Foto: pixabay

Das kleine Bier-ABC: Mit etwas Humor durchs bierige Alphabet

Die Aufgabenstellung: Drei Jungs sitzen gemeinsam an einem Tisch, vor ihnen liegt ein weißes Blatt Papier. Ihr Ziel ist es, zu jedem Buchstaben des Alphabets irgendeinen Begriff zu finden, der etwas mit dem Thema Bier zu tun hat. Hier ist das Ergebnis – ein Bier-ABC.

A – Alkohol

Dass wir ausgerechnet mit dem Wort „Alkohol“ beginnen… Was sagt das wohl über uns aus? Um es deutlich zu machen: Auch alkoholfreie Biere haben ihre guten Seiten. Aber in der Regel sind Biere nun einmal alkoholhaltig. Meist liegt der Alkoholgehalt beim Bier irgendwo um fünf Volumenprozent. Natürlich gibt es Ausreißer nach oben und unten.

B – Bier

Okay, mit diesem Stichwort gewinnen wir keinen Preis für Kreativität. Doch auf dieser Seite geht es nun mal um – Bier. Und zwar um all‘ seine Facetten. Als flüssiges Kulturgut, als Genussmittel, als Lifestyle-Getränk, als… das könnte man ewig fortführen.

C – Craft

Craft Beer. Alle reden davon. Was heißt es? Zunächst einmal, dass es das Ergebnis handwerklicher Arbeit ist. Mit Liebe gebraut, unter Verwendung bester Zutaten. Solche Biere entstehen nicht nur in hippen Stadtvierteln diverser Großstädte, sondern auch in vielen Klein- und Kleinstbrauereien, überall in der Republik, die teils schon sehr lange  bei der Bierherstellung auf Handwerkstradition setzen.

D – Dose

Mit Einführung des Dosenpfands sind Dosen in Deutschland seltener geworden. Damit ist auch eine Tradition (fast) ausgestorben, mit der über Jahrzehnte wohl jeder Jugendliche mal in Kontakt gekommen ist – das Dosenstechen. Während bei Biertrinkern zuweilen gewisse Vorbehalte gegen die Dose bestehen, gibt es auch Brauereien, die gezielt auf diese Verpackungsform setzen, etwa Stone in Berlin. Der dort gelobte Vorteil der Dose: Es kommt Licht rein, die Aromen bleiben so bestens erhalten.

E – Eisbock

Eisbock ist ein Bier, das der Überlieferung nach aus Schusseligkeit entstand. Es heißt, in einem kalten Winter im späten 19. Jahrhundert habe ein Brauerlehrling einmal vergessen, die Fässer über Nacht ins Haus zu holen. Aufgrund der eisigen Temperaturen seien diese dann gefroren. Der Meister schimpfte und zwang den Jüngling, die Eisbrühe zu trinken. Dabei habe er dann gemerkt, wie gut die Kältebehandlung dem Bier bekommen ist.

F – Fastenzeit

Vor Ostern wird 40 Tage lang gefastet. Manchmal. Also, zumindest der Tradition nach. In der Theorie. Vieles, was Spaß macht, ist dann verboten. Gut, dass Bier trotzdem erlaubt ist. Denn: Flüssiges bricht Fasten nicht. Das wussten früher auch die Mönche. Bier, schön stark und nährstoffreich eingebraut, war in den Klöstern ein wichtiges Grundnahrungsmittel während der Fastenzeit.

G – Genuss

Per Definition ist Bier ein Genussmittel. Und beim Verzehr sollte tatsächlich der Genuss im Vordergrund stehen. Wer mag, kann sich damit natürlich auch abschießen. Unser Rat ist jedoch: Lieber weniger Bier trinken, dafür aber hochwertigeres. Ganz nach dem Motto: Bier gewusst genießen.

H – Handwerk

Siehe „C – Craft“. Bier ist ein handwerklich erzeugtes Produkt. Zumindest sollte es das sein. Wer jemals einem Brauer bei der Arbeit über die Schulter geschaut hat, weiß, wie viel Aufwand es ist, ein Bier herzustellen. Große Brauereien haben natürlich Mittel und Wege entwickelt, sich die Arbeit etwas einfacher zu machen.

I – Individualität

Sag mir, welches Bier Du trinkst – und ich sag Dir, wer Du bist. Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber die Wahl der Biersorte und Biermarke verraten doch schon so einiges über die Person. Zumindest, wenn man an Macht und Kraft der Küchentischpsychologie glaubt.

J – Jahresverbrauch

Die Menschen trinken weniger Bier. 1980 lag der Jahresverbrauch in Deutschland pro Person laut Zahlen von Statista noch durchschnittlich bei 145,9 Liter. Von da an ging es bergab. Im Jahr 2016 hat jeder Deutsche im Schnitt nur noch 104,1 Liter Bier getrunken. Übertroffen hatten diesen Wert im europäischen Vergleich nur die Tschechen. Dort trank 2016 statistisch betrachtet jeder Mensch durchschnittlich 143 Liter im Jahresverlauf.

K – Kalorien

Bier macht dick. Das glauben zumindest viele Menschen. Dabei enthält ein halber Liter Bier weniger Kalorien als etwa ein halber Liter Apefelsaft. Problematisch ist aber, dass es oft nicht bei einem Bier bleibt. Und je mehr Bier man trinkt, desto stärker wird der Appetit angeregt. Was passiert also? Man greift zu Erdnüssen, Chips oder anderem Knabberkram – und diese Leckereien sorgen dann für Zuwachs auf den Hüften.

L – Lambic

Lambic ist eine phantastische Biersorte aus Belgien. Es entsteht durch Spontangärung. Dafür wiederum sorgen wilde Hefen, die in der Luft enthalten sind. Im Ergebnis ist das Lambic ein säuerlich-süßes Bier mit recht wenig Kohlensäure. Unbedingt probieren!

M – Malz

Hopfen und Malz – Gott erhalt’s. Malz ist eine Grundzutat im Bier. Ohne Malz geht es nicht. Malz bringt Eiweiß und Mineralstoffe für die Hefe mit, außerdem ist Malz der Stärkelieferant. Meist wird beim Brauen Gerste vermälzt. Grundsätzlich kann zum Brauen aber jede Getreidesorte verwendet werden. Das Malz bestimmt übrigens auch wesentlich den Geschmack und die Farbe des Bieres.

N – Naturtrüb

Ein Bier ist produktionsbedingt erst einmal – naturtrüb. Um Biere haltbarer zu machen, werden sie jedoch häufig filtriert. Dabei werden Eiweiße und Hefen herausgeholt. Dass dabei auch Geschmacksträger aus dem Bier gezogen werden, wird zugunsten der Haltbarkeit in Kauf genommen. Was nun besser ist – naturtrübes oder filtriertes Bier – darüber ließe sich lange diskutieren.

O – Optimale Temperatur

Laut dem Deutschen Brauer-Bund gilt folgende Faustformel: Bier sollte bei vier bis sieben Grad Celsius lagern, die ideale Trinktemperatur liegt bei fünf bis acht Grad Celsius. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Ein Bier kann je nach Kühlungsgrad mit völlig anderen Geschmacksnuancen überraschen. Ausprobieren!

P – Prost

„Prost“, damit ist eigentlich schon alles gesagt. Ein Wort, das keiner weiteren Erklärung bedarf. Für alle, die dennoch ins Detail gehen wollen: Ursprung des Wortes ist die lateinische Sprache (prodesse, nützen / zuträglich sein). Daher stammt das Wort „Prosit“ (Konjugierte Form: dritte Person Singular, Konjunktiv, Präsens, Aktiv) und ist somit eine Wunschformel: „Es nütze“ oder „Es sei zuträglich!“

Q – Quercus

Quercus ist das lateinische Wort für Eiche. Und es ist der Name eines Bieres, das der Duisburger Koch Manfred Altgaßen in seinem Restaurant „Im Eichwäldchen“ braut und ausschenkt. Wer mal in der Ruhr-Region unterwegs ist, ist gut beraten, bei ihm das Bier zu probieren.

R – Reinheitsgebot

Das Reinheitsgebot gibt es seit dem Jahr 1516. Es ist die älteste Lebensmittelvorschrift der Welt. Und an ihr scheiden sich die Geister. Für manche ist das Reinheitsgebot ein Garant für Qualität. Für andere ist es ein Hindernis, das ihre Kreativität beim Brauen einschränkt. Sie stellen beispielsweise die Frage, warum die Verwendung von Naturprodukten wie Honig, Kräutern oder Früchten dazu führen muss, dass ein Bier nicht länger als solches bezeichnet werden darf.

S – Sortenvielfalt

Das Tolle beim Bier ist, dass es so viele verschiedene Sorten gibt. Ein Pils schmeckt völlig anders als ein Weizenbier. Ein Altbier unterscheihdet sich grundlegend von einer Berliner Weisse. Und ein Rauchbier ist etwas völlig anderes als ein Barley Wine. Da kommt keine Langeweile auf!

T – Trappistenbiere

Die Mönche haben’s einfach raus – und viele von ihnen brauen Bier. Als Trappistenbier darf jedoch nur solches bezeichnet werden, das innnerhalb der Mauern einer Trappistenabtei entsteht. Mit dem Erlös aus dem Verkauf decken die Mönche ihren Lebensunterhalt und finanzieren ihre Abtei. Dass sie damit Gewinn erzielen, ist nicht vorgesehen. Gibt es dennoch Überschüsse, wird das Geld gespendet.

U – Untergärig

Untergärig, obergärig – ja, was denn nun? Vielen fällt es schwer, sich den Unterschied zu merken. Dabei hilft folgende Erinnerungshilfe: Die Hefe macht den Unterschied! Untergärige Hefe sinkt bei der Gärung nach unten ab, obergärige Hefe hingegen wird durch Kohlensäure nach oben getragen.

V – Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer

Die Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland e.V. (VHD) ist ein Zusammenschluss von mehr als 500 Menschen, die daheim ihr eigenes Bier brauen. Herausgegeben hat die Vereinigung auch die „Hausbrauer-Rezeptesammlung“, ein interessantes Nachschlagewerk für alle, die sich für das Thema Brauen interessieren.

W – Weißes Haus

Auf Wunsch des früheren US-Präsidenten Barack Obama war 2011 eine Brauanlage im Weißen Haus installiert worden. Ob Obama selbst den Brauprozess überwachte, ist nicht bekannt – aber das Bier, das bei ihm entstand, fand eine Menge Fans. Der Honig für das „White House Honey Ale“ stammte übrigens aus dem Garten des Weißen Hauses, wo Obamas Ehefrau Michelle ihre eigenen Bienen züchtete.

X – X

Das „X“ diente den alten Römern als Zahl. Der Buchstabe beschreibt die Zahl 10. Ebenso viele Finger hat der Mensch. Steht man nun in seiner Lieblingskneipe, schaut den Wirt an und reckt dabei beide Hände mit ausgestreckten Fingern in die Höhe – wird dieser sich bestimmt freuen. Schließlich bedeutet diese Geste der nonverbalen Kommunikation: „Mein Lieber, mach mal bitte zehn Bier fertig“.

Y – Yeast

Uns ist einfach kein deutsches Wort mit „Y“ eingefallen. Dafür aber eines aus dem englischen Sprachraum: „Yeast“. Übersetzt: Hefe. Ohne sie wäre Bier nur ein malziges Getränk. Aber die Hefe, ein für das menschliche Auge unsichtbarer Mikroorganismus, vollbringt ein kleines Wunder: Sie verwandelt nämlich Zucker in Alkohol.

Z – Zwickel

Auch wenn man beim Wort „Zwickel“ direkt an eine Bierbezeichnung denken mag, so handelt es sich dabei ursprünglich um ein Werkzeug. Ein Zwickel ist nämlich ein kleiner Zapfhahn, den ein Brauer dazu verwendt, während der Gärung kleine Proben seines Bieres zu entnehmen. So kann er sich schon während der Entstehung einen Eindruck vom Geschmack verschaffen.

Der Autor - Tobias Appelt

Geboren in einem Jahr, in dem es eine sensationelle Hopfenernte gab: 1982. Dann aufgewachsen und irgendwann ins biertaugliche Alter gekommen. Seitdem immer auf der Suche nach ausgefallenen Spezialitäten. Der Meinung, dass Bier flüssiges Kulturgut ist - und daher leidenschaftlicher Fan.

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