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König Brauerei in Duisburg
Braumeister Oliver Landsberger an der Flaschenabfüllanlage. Foto: König Pilsener

Bei König Pilsener in Duisburg wird aus Herkules ein Pils

Die König Pilsener Brauerei in Duisburg-Beeck ist eine feste Größe in der Bierlandschaft des Ruhrgebiets. Doch wie wird das Bier dort eigentlich gebraut? Antworten auf diese Frage gibt Braumeister Oliver Landsberger bei einem Rundgang durch die heiligen Hallen.

Vor Oliver Landsberger steht eine weiße Schüssel. In ihr liegen grüne Stäbchen, die einen intensiven Geruch verströmen. „Das sind Hopfenpellets, gepresst aus natürlichen Hopfendolden“, sagt Landsberger. „Die sind für den Geschmack eines Bieres von Bedeutung.“ Der 55 Jahre alte Braumeister erklärt, dass es unterschiedliche Hopfenarten gibt: Aromahopfen, die Namen wie Perle oder Tradition tragen. Oder Bitterhopfen, zu denen Herkules und Magnum gehören. „Wie diese zusammengemischt werden, das ist das Geheimnis des Braumeisters“, sagt Landsberger. „Wir brauchen natürlich ein bestimmtes Verhältnis, damit wir den Geschmack unseres Bieres erreichen.“

Wenn der 55-Jährige von „unserem Bier“ redet, meint er König Pilsener. Oder einfach: das Köpi. In der König-Brauerei im Duisburger Stadtteil Beeck arbeitet Landsberger seit 1988, mittlerweile als Leiter der Bierherstellung. Die Leidenschaft für das Verarbeiten von Malz und Hopfen entdeckte er aber schon früher. Die Stern-Brauerei in seiner Geburtsstadt Essen suchte einen Auszubildenden. Landsberger bewarb sich und fand seinen Traumberuf. Nach der Ausbildung begann er im bayrischen Freising ein Studium im Fach Brauwesen. „Als ich meinen Abschluss in der Tasche hatte, gab mir mein Professor den Tipp, mich bei König Pilsener zu bewerben. Dort würde ein Brauer gesucht“, erzählt Landsberger. Er schickte seine Unterlagen ein, wurde zum Gespräch nach Beeck eingeladen und erhielt letztendlich wieder einen Job im Ruhrgebiet.

Brauerei auf 54.000 Quadratmeter großem Gelände

„Ich habe zu keinem Zeitpunkt bereut, mich für diesen Beruf entschieden zu haben“, sagt Landsberger. Wer mit dem Braumeister über das 54.000 Quadratmeter große Gelände schreitet, merkt sofort, dass dieser Satz nicht einfach so daher gesagt ist. Landsberger erklärt mit Eifer das Maischen, also den Schritt des Brauprozesses, bei dem Wasser und Malz erhitzt werden. Er führt durch den Gärkeller mit den 31 Tanks. Schließlich zapft der Braumeister ein Pils direkt aus einem Tank in ein Glas. Dem Geschmack schadet das nicht. Im Gegenteil. Die Frische ist auf dem Gaumen förmlich spürbar.

König Brauerei in Duisburg
Braumeister Oliver Landsberger nimmt
eine Bierprobe in Augenschein.
Foto: König Pilsener

Einen Rundgang bietet König Pilsener montags bis freitags an. Die Gruppen laufen dann durch die Brauerei, vorbei an Tanks, Kesseln und Rohrleitungen. „Die Termine sind gut gebucht. Besonders unsere After-Work-Führungen am Donnerstag und Freitag sind sehr beliebt“, sagt Unternehmenssprecher Patrick Damberg. Auch wenn in Deutschland gerade Craft Beer in Mode sei, komme bei vielen Biertrinkern weiterhin das klassische Pils ins Glas. Die Duisburger Brauerei liefert zwar nicht mehr die Produktionszahlen wie noch in den 1980er- und 1990er-Jahren, die Millionenmarke knackt König Pilsener jedoch weiterhin: Rund 1,1 Millionen Hektoliter betrug der Ausstoß im Jahr 2016.

Hier kommt das Bier in die Flasche

Ein Großteil der Köpi-Trinker nimmt seinen Schluck weiterhin aus der Flasche. Landsberger zeigt bei dem Rundgang auch, wie das Pils abgefüllt wird. Wer die Halle betritt, vernimmt sofort ein lautes Rattern. Die Anlage wurde 2008 eingeweiht. In Spitzenzeiten werden 55.000 Flaschen pro Stunde abgefüllt. Natürlich läuft in der Brauerei nichts ohne Kontrolle ab. Bevor die Mehrwegflaschen auf das Band kommen, überprüft eine Maschine, ob sie die richtige Form und Größe haben. Nach der Reinigung geht es zur Abfüllung. Ist nicht die gewünschte Füllmenge drin, wird die Flasche aussortiert. Im letzten Schritt steht die Etikettierung an.

Wenn Oliver Landsberger seinen Arbeitsplatz verlässt, ist die Qualitätskontrolle für ihn noch nicht beendet. Der Braumeister packt sich ein Köpi für den Heimweg ein. In der Bahn verkostet er ein zuvor produziertes Pils. „Geschmeckt hat es mir bislang immer“, sagt Landsberger und schmunzelt.

Theodor König gründete im Jahr 1858 die König-Brauerei. Für das Jahr 1911 lässt sich erstmals die Markenbezeichnung König Pilsener nachweisen. Mittlerweile gehört das Unternehmen zur Bitburger Braugruppe. In Duisburg sind aktuell 223 Mitarbeiter beschäftigt – inklusive Azubis. Weitere Informationen zur Geschichte und den Führungen gibt es hier.

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Der Autor - Denis de Haas

1981 in der Alt-Region Niederrhein zur Welt gekommen. In Münster studiert. Erste Texte geschrieben, auch um sich Landbiere auf den Wohnheim-Partys zu finanzieren. In die Pils-Hochburg Duisburg gezogen. Kurzer Abstecher nach München, um Erfahrung im Journalismus und am Weißbierglas zu sammeln. Mag die Biertrinker-Ikone Homer Simpson.

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