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Mücke Bier
Die Erfinder von Mücke: Dennis Pfahl (li.) und Michael Kesseböhmer aus Essen. Foto: was-mit-bier.de

Ein Craft Beer aus Essen – Sie nannten es Mücke

Seit dem Jahr 2015 brauen zwei Menschen aus dem Essener Südviertel ihr eigenes Bier – Mücke. Benannt haben sie es nach dem letzten Grubenpferd einer Zeche. Mit dem Erfolg ihres Craft Beers hatten die beiden Brau-Neulinge zunächst gar nicht gerechnet.

Es begann alles im Sommer 2015 auf dem Balkon von Dennis Pfahl. Dort trank er mit Michael Kesseböhmer gemütlich eine Flasche Stauder. Im Laufe des Abends entstand die fixe Idee, doch einmal ein eigenes Bier zu brauen. Was die beiden Freunde und Nachbarn sich an diesem Abend vornahmen, das setzten sie dann schnell in die Tat um. Mit Erfolg: Ihr Bier Mücke hat es längst aus der heimischen Küche in die Getränkemärkte und Lokale des Ruhrgebiets geschafft.

„Wir waren schon immer sehr an Bier interessiert. Wir wollten aber nicht das Bier neu erfinden, das es um die Ecke an der Trinkhalle gibt“, sagt Dennis Pfahl. Die Freunde schafften sich also zunächst eine Heimbrau-Anlage für 1500 Euro an. Dann begannen sie zu experimentieren. Die meisten ihrer Testläufe waren trinkbar, einige sehr speziell und ein paar aus der Sicht der beiden Brauer so gut, dass sie die Biere anderen zum Probieren gaben. „Wir haben viel Lob für unser Bier bekommen, das hat uns natürlich stolz gemacht“, sagt Michael Kesseböhmer.

Erste Brauversuche von Mücke kamen direkt gut an

Das kam bei den Menschen im Umfeld der beiden Braumeister so gut an, dass ihr Bier schließlich auch Abnehmer fand, die bereit waren, dafür zu bezahlen. Unter dem Label Mücke ist es mittlerweile in vielen Getränkemärkten, Restaurants und Lokalen in Essen und auch in anderen Städten des Ruhrgebiets wie Bochum, Dortmund oder Oberhausen zu finden. Seinen Namen verdankt das Bier einem Pferd auf Zollverein. Mücke hieß das letzte Grubenpferd der ehemaligen Zeche. Bis in die 1950er-Jahre kamen die Tiere unter Tage noch zum Einsatz. Das hörte Dennis Pfahl einmal bei einer Führung auf dem Weltkulturerbe. Als er zusammen mit Michael Kesseböhmer nach einem Namen suchte, kam ihm „Mücke“ wieder in den Sinn. „Das ganze sollte auf jeden Fall einen regionalen Stempel bekommen, aber eben nicht so plump“, sagt Pfahl.

Schnell entwuchs das Bierbrauen auch der Küche in der eigenen Wohnung. Auf der Suche nach einem Partner fanden sie Frank Liebhart, der Liebharts Privatbrauerei in Detmold betreibt. Dort brauten sie ihre ersten 4000 Liter. Die Etiketten der 12.000 abgefüllten Flaschen klebten sie noch selbst auf. „Wir hatten so viel mit den Etiketten zu tun, dass wir gar nicht mehr zum Brauen gekommen sind“, sagt Kesseböhmer.

Single Hop Comet, Ingwer Pale Ale und Himbeer Gose

Mücke Biersorten
3x Mücke: Die Produktpalette wächst.
Foto: was-mit-bier.de

Auf den Markt brachten die beiden Braumeister zunächst zwei obergärige Biere. Das eine ist das bernsteinfarbene, naturtrübe „Single Hop Comet“. Und das andere ein Pale Ale mit Ingwer. Mittlerweile haben sie noch eine dritte Sorte im Angebot – eine Himbeer Gose. Dabei handelt es sich um einen alten Bierstil, der ursprünglich aus Goslar stammt und heute vor allem mit Leipzig in Verbindung gebracht wird. Die beiden Essener haben ihre Gose zusätzlich mit frischen Himbeeren verfeinert. Weitere Sorten sollten zunächst nicht folgen. „Drei sind genug“, sagten die Bierbrauer. Vorstellen können sie sich aber durchaus noch ein Dunkles Bier, das fehlt in ihrer Produktpalette nämlich noch.

Die Essener Bierbrauer wollen langsam wachsen. Noch ist es ein Hobby. Dennis Pfahl ist im richtigen Leben Informatik-Kaufmann und Michael Kesseböhmer Architekt. Das Geld, das sie mit dem Verkauf ihres Bieres einnehmen, fließt aktuell auch noch komplett in das Brauprojekt. „Aber natürlich ist es eine schöne Vorstellung, dass wir damit vielleicht einmal ein paar Euros verdienen könnten“, sagt Kesseböhmer.

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Der Autor - David Huth

Geboren 1983. Mit 16 angefangen, über Musik zu schreiben. Vom Journalismus nicht mehr weggekommen. Das erste Bier: ein Hansa aus der Dose. Warm. Heute hat er einen besseren Geschmack. Kostete damals aber nur 50 Pfennig. Und für alle, die die D-Mark nicht mehr kennen. Das waren ungefähr 25 Cent.

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