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Uerige Sticke Altbier
Das Uerige Sticke ist eine Bierspezialität aus Düsseldorf. Foto: was-mit-bier.de

Uerige Sticke im Test: Ausgewogene Bierspezialität

Psst, nicht verraten! Das Uerige Sticke wird mit mehr Malz und Hopfen gebraut wird als das Alt-Bier der Düsseldorfer Brauerei. Das erzählte man sich früher nur hinter vorgehaltener Hand („stickum“), da der Braumeister zu großzügig beim Abwiegen der Zutaten war.

Der Name ist bis heute geblieben, nur der Zufall spielt beim Brauen dieser Bierspezialität keine Rolle mehr. Im Ausschank ist dieses Bier weiterhin eine Seltenheit. Nur zwei Mal im Jahr ist es in der Uerige-Brauereigaststätte erhältlich – jeweils am dritten Dienstag im Januar und Oktober. Der hohe Alkoholgehalt (sechs Prozent) macht es aber möglich, das Uerige Sticke lange zu lagern. Die Lagerzeit soll sogar „beträchtlich über das von uns garantierte Haltbarkeitsdatum hinausgehen“, wie es auf der Webseite der Brauerei heißt.

Nicht so prickelnd wie gedacht

Und auch im Test macht das Uerige Sticke einen guten Eindruck. Beim Einschenken während der Verköstigung bildet sich eine feste, kompakte Schaumkrone. Die bräunlich, rote Farbe weckt schnell die Neugier auf den Antrunk. Aber zuerst der Geruch: Röst- und Malzaromen vermischen sich mit dem Duft von Karamell und Früchten. Beim Antrunk bleibt das Uerige Sticke im ersten Moment dann etwas hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück. Während das Bier von der Flasche ins Degustationsglas floss, stiegen so viele Kohlensäurebläschen am Rand auf, dass man hätte vermuten können, gleich wird es spritzig. Die Rezenz im Mund fällt aber eher dürftig aus – zumindest im Vergleich mit anderen Bieren.

Uerige Sticke: Vollmundig und gehaltvoll

Der Geschmack des Uerige Sticke ist hingegen so vollmundig, wie von diesem gehaltvollen Bier zu erwarten ist. Auf der einen Seite ist es die Süße, die Malz und die Noten von Karamell und Früchten mit sich bringen, die das herrliche Geschmackerlebnis einläuten. Danach tritt im Antrunk sofort der hopfenbetonte, durchaus etwas säuerliche, Charakter dieses Bieres zum Vorschein. Im Abgang übernimmt der Hopfen dann vollständig das Kommando über die Geschmacksrezeptoren im Mund. Es wird bitter und Noten von reifen Beeren mischen sich in diese herbe Abschlusssymphonie. Dabei ist die Bitterkeit des Uerige Sticke nicht so penetrant, dass sie alle anderen Eindrücke überlagert.

Fazit: Uerige Sticke hält die Balance

Uerige Sticke ist ein hopfenbetontes Bier, bei dem die bitteren Noten nicht die Überhand übernehmen. Es ist spannend im Geschmack, aber gleichzeitig so dezent, dass man nach dem ersten Glas ruhig auch noch ein zweites oder drittes hinterher schieben möchte. Beim Trinken vergeht der Spaß nicht so schnell, da die vielen Nuancen einen lange bei Laune halten können. Kurz: Das Uerige Sticke ist eine ausgewogene Bierspezialität, die es schafft, die Balance zwischen dem Außergewöhnlichen und gut Trinkbaren perfekt zu halten. Neben dem Uerige Sticke gibt es übrigens auch den Stickum Uerige Bierbrand.

Uerige Sticke

Bewertung

Optik:
Geruch:
Geschmack:
Preis-Leistung:
Süffigkeit (gesamt):

Bier-Steckbrief

Name: Uerige Sticke
Brauerei: Uerige Brauerei
Alkoholgehalt: 6 % Vol.
Herkunft: Düsseldorf (NRW)
Biersorte: Alt / Bockbier
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Caramelmalz, Röstmalz, Doldenhopfen, Uerige-Hefe
Stammwürze: k.A.
Gärung: obergärig
Farbe: rötlich-braune Farbe
Geschmack: hopfenbetont, Karamell- und Röstaromen
Preis: ca. 2,70 Euro (0,33 l Flasche)

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Der Autor - David Huth

Geboren 1983. Mit 16 angefangen, über Musik zu schreiben. Vom Journalismus nicht mehr weggekommen. Das erste Bier: ein Hansa aus der Dose. Warm. Heute hat er einen besseren Geschmack. Kostete damals aber nur 50 Pfennig. Und für alle, die die D-Mark nicht mehr kennen. Das waren ungefähr 25 Cent.

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