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Pumpkin Ale aus Hamburg: Ratsherrn Dark Lantern. Foto: was-mit-bier.de

Dark Lantern – das Pumpkin Ale von Ratsherrn im Test

Gruselige Fratzen-Kürbisse sind an Halloween der Hit. Dass ein Kürbis, angereichert mit Hopfen und Malz, aber zu jeder Jahreszeit eine gute Figur machen kann – davon will uns die Hamburger Ratsherrn Brauerei überzeugen. Wir haben ihr Pumpkin Ale Dark Lantern getestet.

Mit diesem Etikett ist das Dark Lantern aus der Hamburger Ratsherrn Brauerei der perfekte Begleiter für „Trick or Treat“-Touren in der Halloween-Nacht: Auf der 0,33-Liter-Flasche des Pumpkin Ale sehen wir das breite Grimassen-Grinsen eines Kürbis’. Und der Aufdruck verspricht uns – neben vielen ausgefallenen Zutaten – ein „komplexes Geschmackserlebnis, welches nicht nur Gespenster glücklich macht.“ Ob das Bier das Versprechen der Werbetexter aber auch hält, wollten wir genauer wissen.

Mehr Schaumkante als Schaumkrone

Also ab damit ins Glas. Der Schaum über der dunklen, rot-braunen Flüssigkeit ist ratz-fatz wieder futsch. Was wir sehen, ist mehr Schaumkante als Schaumkrone. Trüb ist die Flüssigkeit, sehr trüb. Fast wie ein rahmiges Süppchen. Klingt lecker, wirkt aber eher matschig. Insgesamt, das lässt sich festhalten, haut uns der Anblick nicht von den Socken.

Der Geruch hingegen schon. Der ist nämlich wirklich speziell. Ungewohnte Aromen kitzeln die Nase: Vordergründig melden sich nussiges Muskat und pfeffriger Piment, darunter liegt ein angenehmer Hauch von Zimt. Draußen scheint die Sonne, ein trüber Herbstabend wäre nun passender. Während wir darüber nachsinnen, steigt ein ganz anderer Geruch aus dem Glas empor – und zwar einer, den wir eher auf dem Hamburger Fischmarkt vermuten würden. Huch, das verunsichert. Was also folgt, ist ein verstohlener Blick aufs Haltbarkeitsdatum. Kein Grund zur Sorge, es sind noch drei Monate übrig.

Dark Lantern überrascht mit viel Kohlensäure

Ratsherrn Pumpkin Ale
Pumpkin Ale: Dark Lantern aus der Ratsherrn-Brauerei. Foto: was-mit-bier.de

Dann können wir es ja probieren. Der erste Schluck spült unerwartet viel Kohlensäure in den Mund. Zugleich prasseln die Geschmackseindrücke auf den Gaumen. Zunächst süßlich, dann noch rund in seiner Komposition, abschließend eher… ernüchternd.  Umschreiben könnte man den Gesamteindruck wohlwollend mit den Attributen „komplex“ und „würzig“, doch insgesamt ist das alles „too much“.

Interessant ist die Wirkung des Piments. Wir spüren ein deutliches Nachbrennen auf der Zunge. (Wer dieses kitzlige Gefühl mag, dem sei übrigens das „Honey Pepper Ale“ von Ruhrpottbrew empfohlen, aber das nur am Rande bemerkt.)

Pumpkin Ale ist kein flüssiges Kürbissüppchen

Das „komplexe Geschmackserlebnis“, das Ratsherrn verspricht, liefert Dark Lantern tatsächlich. Ob es aber wirklich „nicht nur Gespenster glücklich macht“, sei einmal dahingestellt. Fest steht, wer beim Pumpkin Ale ein Bier in der Art eines Kürbissüppchens erwartet, kommt nicht auf seine Kosten. Und auch mit Süffigkeit kann Dark Lantern nicht wirklich überzeugen. Ein Fläschchen reicht.

Dass sich die Brauer mit dem Dark Lantern an einen Bierstil gewagt haben, der nicht alltäglich ist, verdient Lob. Dass sie so zum Erhalt der Biervielfalt beitragen ebenso. Das war’s dann aber auch schon.

Dark Lantern punktet zuvorderst mit der Idee

Denn, zu guter Letzt halten wir fest: Punkte gibt’s zuvorderst für die Idee und für das hübsche Etikett. Aber nicht unbedingt fürs Bier. Wer Ratsherrn kennenlernen möchte, ist mit anderen Bieren aus der Brauerei besser beraten, etwa – auch wenn wir nun Äpfel mit Birnen vergleichen – mit dem Ratsherrn Pale Ale, dem Ratsherrn Lady in Red oder dem Ratsherrn IPA.

Ratsherrn – Dark Lantern

Bewertung

Optik:
Geruch:
Geschmack:
Preis-Leistung:
Süffigkeit (gesamt):

Bier-Steckbrief

Name: Dark Lantern
Brauerei: Ratsherrn Brauerei GmbH
Alkoholgehalt: 6,5 % Vol.
Herkunft: Hamburg (Hamburg)
Biersorte: Pumpkin Ale
Zutaten: Wasser
Gerstenmalz
Kürbispüree
Weizenmalz
Dunkler Kandiszucker
Hopfen
Piment
Muskat
Ingwer
Zimt
Hefe
Stammwürze: k.A.
Farbe: braun
Geschmack: gewürzbetont, süffig-mild
Preis: ca. 3,50 Euro (0,33 l)

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Der Autor - Tobias Appelt

Geboren in einem Jahr, in dem es eine sensationelle Hopfenernte gab: 1982. Dann aufgewachsen und irgendwann ins biertaugliche Alter gekommen. Seitdem immer auf der Suche nach ausgefallenen Spezialitäten. Der Meinung, dass Bier flüssiges Kulturgut ist - und daher leidenschaftlicher Fan.

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